Das Güterichterverfahren

Das Güterichterverfahren

Mediation (un)geregelt, Rdnr. 1146

Kapitel: Das Verhältnis zur Konfliktdynamik

der Wechsel in das Güterichterverfahren macht nicht nur den Strategiewechsel deutlich. Auch verdeutlicht es den veränderten kommunikativen Rahmen. Im Gerichtsverfahren ist JEDE Aussage und jede Bemerkung verbindlich und an formellen Kriterien zu messen.Sogar Schweigen hat eine Verbindlichkeit. Schweigen bedeutet Zustimmung (ein Geständnis) im Prozess. das Güterichterverfahren erlaubt es, einen abgegrenzten Kommunikationsraum zu schaffen, bei dem die formelle Kommunikation für einen Moment ausgeschaltet wird.

Jeder weiß, dass die wichtigsten Entscheidungen beim Essen, auf der Toilette oder irgendwo „zwischen Tür und Angel“ getroffen werden. Das hat damit zu tun, dass solche Gelegenheiten informelle, unverbindliche Äußerungen erlauben.Der bedeutendste Vorteil des Güterichterverfahrens ist demnach, dass innerhalb des Prozesses eine Exklave gebildet werden kann, die raum für informelle Kommunikation gibt. Der Güterichter konterkariert diese Chance, wenn er die Güterichterverhandlung für rechtliche Erörterungen missbraucht.

 

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